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Wissenschaft

Wissenschaftliche Grundlagen

Unsere Arbeit fußt nicht auf Meinungen, sondern auf über 70 Jahren Finanzwissenschaft – vielfach mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Ein kurzer Gang durch die Meilensteine, die erklären, warum wir breit gestreut, kostenbewusst und faktorbasiert investieren.

bis 1950

Konzentration statt Streuung

Vor der modernen Finanzwissenschaft galt Diversifikation als etwas für Anfänger; der vermeintlich sichere Weg war, das Kapital auf wenige „gute“ Aktien zu konzentrieren. Belastbare Daten fehlten – der S&P 500 wird erst seit 1926 erfasst, und aussagekräftige Analysen brauchen Zeitreihen von mindestens 30 Jahren.

1952

Harry Markowitz – Moderne Portfoliotheorie

Markowitz bewies mathematisch, dass Diversifikation das Risiko senkt – man sollte eben „nicht alle Eier in einen Korb legen“. Damit begründete er die moderne Finanzwissenschaft (Nobelpreis 1990).

1964

William Sharpe – CAPM

Das Capital Asset Pricing Model setzt die erwartete Rendite ins Verhältnis zum Marktrisiko und beschreibt ein optimales Marktportfolio im Marktgleichgewicht (Nobelpreis 1990).

1965

Paul Samuelson – Random-Walk-Hypothese

Kursverläufe folgen weitgehend dem Zufall. Weder das Durchforsten von Berichten noch Trend- oder Momentum-Wetten erlauben verlässliche Prognosen (Nobelpreis 1970).

1966

Eugene Fama – Markteffizienzhypothese

Preise spiegeln alle verfügbaren Informationen. In einem effizienten Markt kann kein Teilnehmer dauerhaft überdurchschnittliche Gewinne erzielen (Nobelpreis 2013).

1968

Michael Jensen – aktive Fonds auf dem Prüfstand

Jensen wies erstmals empirisch nach, dass aktiv gemanagte Fonds im Schnitt hinter dem Markt zurückblieben – und fand keinen dauerhaften „Super-Fonds“.

1971–75

Die ersten Indexfonds

1971 legte Wells Fargo den ersten Indexfonds für institutionelle Anleger auf; 1975 brachte Vanguard den ersten Index-Publikumsfonds für Privatanleger. Börsengehandelte ETFs folgten (ab 1993 in den USA, ab 2000 in Deutschland).

1981

Rolf Banz – Der Size-Effekt

Aktien von Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung erzielen langfristig – risikoadjustiert – eine höhere Rendite als große Werte, mit zeitlichen Schwankungen und in Verbindung mit Wachstumspotenzial.

1992

Fama/French – Drei-Faktoren-Modell

Fama und French erweitern das CAPM um zwei Faktoren: Unternehmensgröße (Size) und Bewertung (Value). Damit lassen sich Aktienrenditen deutlich besser erklären.

2014

Fama/French – Fünf-Faktoren-Modell

Zwei weitere Faktoren kommen hinzu: Profitabilität (profitable Unternehmen rentieren langfristig besser) und Investitionstätigkeit (zurückhaltend investierende Unternehmen schneiden im Mittel besser ab).

Aktiv vs. passiv – ein Nullsummenspiel

Vor Kosten ist der Markt ein Nullsummenspiel: Für jeden, der den Markt schlägt, muss ein anderer zurückbleiben – zusammen erzielen alle die Marktrendite. Nach Kosten kippt die Bilanz: Gebühren und Handelskosten des aktiven Managements schmälern die Rendite. Über Zehnjahreszeiträume verfehlen regelmäßig rund 80–90 % der aktiven Fonds ihre Benchmark (S&P Dow Jones Indices / SPIVA).

Gerd Kommer bringt es auf den Punkt: „Viele Anleger wollen an Märchen glauben.“ Wer stattdessen auf den Markt und die wissenschaftlich belegten Faktoren setzt, investiert kostengünstiger, breiter – und liegt langfristig vor dem Großteil der aktiven Anleger.

Diese Darstellung dient der Information und stellt keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

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